„EIN BIOTOP FÜR VERRÜCKTE“ (kult)

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Das erste Regensburger Coworking Space „neep01“ wurde vergangenen Mittwoch offiziell eröffnet. Dabei kam die Brutstätte für kreative Projekte durch einen Versprecher zu ihrem ungewöhnlichen Namen.

Endlich ist es eingerichtet: der Coworking Space „neep01“ in der Maierhoferstraße 1 ist seit Mittwoch, 19. November offiziell eröffnet. Bereits seit Oktober arbeiten dort sieben Kreative aus den Bereichen Video, IT, Fotografie, Text oder Grafik zusammen. Statt einsam zuhause vor sich hin zu arbeiten, wollen sie einander durch den Austausch unterstützen, auf neue Ideen kommen und innovative Projekte starten. „Wir sind eine Brutstätte für neue Projekte, Firmen und kreative Gruppen“, sagte Daniel Schellhorn, einer der Hauptinitiatoren. Alle Kreativen – von der Häckel- bis zu Programmiergruppen – sind im „neep01“ willkommen. „Die Zielgruppe sind die Digitalen Medien“, erklärte Monika Roth, „aber wichtiger als die berufliche Ausrichtung ist für uns die Persönlichkeit.“ Bei der Zusammenarbeit gehe es um Achtung und Respekt – und nicht darum, einander Aufträge wegzuschnappen.

Das erste gemeinsame Projekt wurde bereits umgesetzt: die Namensfindung. Weil „Regensburger Bürogemeinschaft“ zu langweilig klang und aus ReBü irgendwann durch einen Verprecher RüBe wurde, heißt der Space nun „neep“ – Englisch für Rübe.

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Oberbürgermeister Joachim Wolbergs unterstützt die kreative Szene in der Stadt: „Eine urbane Stadt wie Regensburg darf ruhig schräger werden, damit junge Menschen nicht abhauen, weil ihnen alles zu geschleckt ist.“ Er bezeichnete die Kreativen als „Seismographen der Gesellschaft“, von denen sich auch die Politik gerne beraten lasse.

Weil Kooperation im „neep01“ groß geschrieben wird, wollen die Coworker mit Gleichgesinnten vom planraum Regensburg sowie aus dem „werk 1“ in München und aus Nürnberg zusammenarbeiten. Waldemar Sesslar vom planraum nannte Silicon Valley als Vorbild für die Coworker, wo Diversität und Communities eine große Rolle spielen, um neue Ideen zu entwickeln. Und dass Regensburg nun auf diesem Weg ist, betonte Michael Stingl, Leiter des Coworking Nürnberg: „Regensburg hat nun ein Biotop für Verrückte entwickelt.“

Wer bei den Coworkern schnuppern möchte, kann eines der Jellys besuchen – ein zwangloses Treffen, an dem man die Mitglieder und andere Interessierte aus den Bereichen Digital Media, Kunst, Kreativwirtschaft und IT in lockerer Atmosphäre kennenlernen kann.

25. November 2014, Text und Bild: Oxana Bytschenko